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Warum Netzpaket & EEG-Novelle den Solarausbau bedrohen – und was du jetzt tun kannst.
Neue Gesetzespläne gefährden den Ausbau der Solarenergie. Hier erfährst du, was das für dich als Installateur, Verbraucher und die Branche bedeutet – und wie du aktiv werden kannst. Denn, die Folgen wären:
Das Bundeswirtschaftsministerium plant einschneidende Änderungen im EEG und im Netzanschlussrecht. Diese sind ein Angriff auf die Energiewende mit Folgen für die Wirtschaft, das Klima und Verbraucherinnen und Verbraucher:
Redispatchvorbehalt
Netzbetreiber können Gebiete für 10 Jahre sperren Neue Anlagen dürfen nur noch dann angeschlossen werden, wenn die Betreiber im Gegenzug auf die Entschädigung für Abregelungen verzichten.
Kapazitätslimitierte Gebiete
Ein Netzgebiet gilt als kapazitätslimitiert, wenn im vorherigen Kalenderjahr mehr als 3 % der technisch möglichen Strommenge erneuerbarer Anlagen aus Netzgründen abgeregelt werden mussten. Diese Schwelle wird bereits heute in vielen PV-starken Regionen erreicht. Enorme Unsicherheit für Planung & Finanzierung
Folgen
Projekte werden unwirtschaftlich Netzausbau wird nicht beschleunigt Energiewende wird ausgebremst
Was geplant ist
Warum das problematisch ist
Das Bundeswirtschaftsministerium plant mit der Novelle des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG) massive Einschnitte, darunter die Abschaffung der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Dachanlagen (unter 25 kWp) und eine verpflichtende Direktvermarktung. Diese würde für kleine PV‑Anlagen einen hohen technischen und administrativen Aufwand bedeuten, während der wirtschaftliche Nutzen gering oder sogar negativ ist. Zudem sind viele Prozesse noch nicht massentauglich, was Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft insbesondere bei Eigenheim‑ und Gebäudesolar gefährdet.
Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) (www.solarwirtschaft.de) handelt es sich um einen Frontalangriff auf die Energiewende. Sollte der Gesetzesentwurf in der vorliegenden Fassung umgesetzt werden,
K2 Systems setzt sich dafür ein, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ins Stocken gerät. Denn, für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung braucht es
Photovoltaik liefert hier bereits einen entscheidenden Vorteil: Solarstrom ist heute die kostengünstigste Form der Stromerzeugung – deutlich günstiger als Strom aus Gas- oder neuen Kernkraftwerken, deren Erzeugungskosten zum Teil mehr als doppelt so hoch liegen.
Die letzten Jahre – vor allem geopolitische Konflikte – haben deutlich gezeigt, wie abhängig Deutschland von fossilen Energieimporten ist und welche Risiken daraus entstehen. Erneuerbare Energien und Speichersysteme bieten die Chance
Das haben auch die Wählerinnen und Wähler erkannt, die sich mehrheitlich für den Solarausbau aussprechen.
Die Energiewende ist nicht nur ein ökologisches Projekt, sondern eine zentrale wirtschafts- und industriepolitische Aufgabe!
Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir die Pläne stoppen und wieder in einen konstruktiven Austausch kommen.
Die Solar- und Speicherbranche ist mit weit über 100.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Ob Hersteller, Lieferant, Großhandel, oder Installateur – mit gemeinsamer Schlagkraft wollen wir mit dem BSW-Solar (Bundesverband Solarwirtschaft) und seinen über 1.000 Mitgliedsunternehmen Politikerinnen und Politiker in allen Wahlkreisen und Regionen Deutschlands ansprechen. Es geht darum, miteinander in den sachlichen Austausch zu kommen. Wir wollen ihnen verdeutlichen, warum sie sich gegenüber Spitzenpolitikern der Partei- und Fraktionsspitze gegen die geplanten Einschnitte aussprechen sollten.
Setz dich in deiner Region dafür ein – wir stellen Vorlagen für Politiker-Anschreiben und Argumentationshilfen des BSW-Solar zur Verfügung.
In unserem Webinar haben wir eingeordnet, was EEG-Novelle und Netzpaket für die PV-Praxis bedeuten – und was du jetzt tun kannst. Konkret wurden folgende Inhalte behandelt:
Möchtest du bei deinen Kundinnen und Kunden Orientierung schaffen und ihnen verständlich zeigen, was die aktuellen politischen Diskussionen konkret für ihr Zuhause bedeuten? Dann verweise gerne auf unsere Informationsseite für Endverbraucher. Sie ordnet die Entwicklungen ein, spricht sich klar für Photovoltaik aus und zeigt, warum sich PV auch jetzt lohnt.
Ja. Die Behauptung, kleine PV-Anlagen rechnen sich auch ohne Förderung ist stark vereinfacht und für den Großteil des Marktsegments falsch.
Zwar ist die Abhängigkeit neuer Solarstromanlagen von der EEG-Förderung in den letzten Jahren mit der Verbreitung von Batteriespeichern merklich gesunken, noch stellt sie aber für die überwiegende Zahl der Kunden einen Kaufanreiz dar. Dies gilt auch bei Installationen mit hohem Eigenverbrauchsanteil durch E-Auto und Wärmepumpe. Denn ohne EEG-Förderung würden sich die Amortisationszeiten in diesem Fall auf rd. 19 Jahren (mit Speicher) und auf über 30 Jahre (ohne Speicher) verlängern. Zudem dient die EEG-Förderung als Investitionsabsicherung gegenüber Banken, wodurch Finanzierungen von Anlagen einfacher und günstiger sind.
Nein. Im Falle eines Wegfalls der Förderung würden PV-Anlagen meist auf Eigenverbrauch optimiert und damit kleiner dimensioniert werden. Die Einspeisevergütung hat somit den positiven Effekt, dass dort, wo ohnehin eine Solaranlage auf ein Dach gebaut wird, die Solaranlage größer gebaut und die Dachfläche möglichst vollständig zur Stromerzeugung genutzt wird. Das ist volkswirtschaftlich sinnvoll und steigert die Kosteneffizienz.
Nein. Der Eigenverbrauch von Solarstrom führt zu Einsparungen im Vergleich zu den Strombezugskosten. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Subvention. Der Selbstverbrauch vor Ort erzeugten Solarstroms ist genauso anzusehen wie Eigenleistungen im Haus oder der Eigenanbau von Obst und Gemüse im Garten.
Nein. Die Fördereffizienz von Gebäude-PV ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die EEG-Einspeisevergütung für typische neue Eigenheimanlagen liegt bei 7,94 ct/kWh. Gleichzeitig erhöht der wachsende Eigenverbrauch die Fördereffizienz:
In der Praxis aktuell leider nein. Deutschland hinkt beim Rollout von Smart Metern im europäischen Vergleich massiv hinterher. Ohne diese flächendeckende, digitale Mess- und Steuertechnik sind die bürokratischen und technischen Hürden so hoch, sodass die Kosten einer Direktvermarktung bei kleinen PV-Anlagen in der Regel höher sind als die erzielbaren Erlöse.
Nein. Bereits heute bestehen Vorgaben für einen systemsicheren Betrieb von PV-Anlagen unter 100 kWp. Anlagen ab 25 kWp müssen durch den Netzbetreiber steuerbar sein, wodurch rund zwei Drittel der installierten PV-Leistung bereits steuerungspflichtig sind.
Mit dem „Solarspitzengesetz“ (2025) wurden zudem neue Anlagen ab 7 kWp verpflichtet, durch den Netzbetreiber steuerbar zu sein. Zudem erhalten alle seit dem 25.02.2025 installierten Anlagen ab 2 kWp keine EEG-Vergütung, wenn der Börsenstrompreis negativ ist. Die Zeiten mit Nullvergütung werden an das Ende des 20-jährigen Förderzeitraums angehängt. Damit haben selbst kleinste Anlagen Anreize für marktdienliches Verhalten.
Laut Systemstabilitätsbericht vom Juli 2025 sind diese Maßnahmen ausreichend. Wichtig bleibt der weitere Ausbau von Speichern.
Nein. Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zeigt, dass PV-Anlagen in Kombination mit Wärmepumpe, E-Auto und Batteriespeicher die Netzinfrastruktur besonders effizient nutzen. Durch die Kombination von Erzeugung, Verbrauch und Speicher an einem Ort kann der Netzausbaubedarf sogar sinken. Für den PV-Zubau in Prosuming-Konstellationen – die zunehmend zum Standard werden – ist kein zusätzlicher Netzausbau erforderlich. Der Netzausbau, der ohnehin für die elektrischen Verbraucher notwendig ist, reicht in der Regel aus.
Nein. Durch E-Autos und Wärmepumpen steigt der Stromverbrauch von Haushalten im Prosuming-Modell oft auf 6.000–8.000 kWh pro Jahr. Damit tragen sie deutlich zur Deckung der Netzkosten bei. Gleichzeitig kann der Netzausbaubedarf durch den Einsatz von PV-Anlagen reduziert werden
Ja. Die Installation einer Solaranlage ist oft der Auslöser für den Einbau von Wärmepumpen, E-Autos und Batteriespeichern. Solche Kombinationen sind heute beim Kauf von PV-Anlagen bereits Standard. Der eigene Solarstrom senkt die Betriebskosten und macht klimafreundliche Mobilität und Wärme für viele Haushalte attraktiver.
Gebäude-PV schafft mit sog. Balkonkraftwerken und Mieterstrommodellen, mit Anlagen auf Eigenheim- und Gewerbedächern aktive Teilhabemöglichkeiten für alle gesellschaftlichen Akteure. Dadurch bleibt die Zustimmung zur Energiewende in Deutschland hoch. Der millionenfache Zugang zu eigenem, preiswertem Solarstrom ist entscheidend, um diese Unterstützung zu sichern. Zumal eine Enervis-Studie ergeben hat, dass der Börsenpreis für Strom ohne Solarenergie höher wäre (2024 bspw. um 15%).